Berlin - die Metropole: Eindrücke und Ansichten aus der Weltstadt sowie aus meinem Leben

31 Dezember 2005

das wars

2005 ist in wenigen Stunden Geschichte.
Ein aufregendes, anstrengendes, langweiliges, erfahrungsreiches Jahr geht für mich zu Ende. Es gab drei richtige Abschnitte in diesem Jahr: erst FH-mäßig das unsägliche Themenfeld-Gedonner, dann 6 Monate Ecuador und darauf folgte die bis heute nicht vollendete Diplomarbeitsphase. Uni-technisch gesehen defintiv das aller arbeitsaufwendigste Jahr von allen 4 Studi-Jahren. Dafür hatt ich beim Praktikum in EC oft rein gar nix zu tun, was aber leider nicht an mir lag. Wenigstens hab ich die Zeit im Entwicklungsland heil überstanden, ohne Überfall und Verletzungen.
Nun bin ich aufs neue Jahr gespannt...das Ende des Studiums rückt unaufhörlich näher, genau genommen inoffiziell nur noch 22 Tage...danach gehts auf Jobsuche. Um mal wieder nen rheinischen Spruch zu bringen: Et hätt noch immer jot jejange!
in diesem Sinne wünsche ich allen einen
GUTEN RUTSCH
und ein
ERFOLGREICHES 2006!
ALLES GUTE!

26 Dezember 2005

1. Jahrestag der Tsunami-Katastrophe

Auch ich war letztes Jahr fasslunglos und geschockt ob dieser unvorstellbaren Bilder, die da über die Bildschirme flimmerten. Eine Riesenwelle rollt auf verschiedenen Länder zu und verwüstet einfach alles. Eine der größten Katastrophen der jüngeren Geschichte; die Natur demonstriert ihre unbändige Macht.
Heute, ein Jahr danach, ist die Erinnerung verblasst, aber doch noch präsent. Solche krassen Ereignisse dürfen einfach nicht aus dem Gedächnis verschwinden. Um daran zu erinnern, hier nun ein Fremd-Artikel gefunden auf www.yahoo.de:

Montag 26. Dezember 2005, 15:27 Uhr
Zehntausende gedenken der Tsunami-Opfer in Südasien

Phuket/Banda Aceh (AFP) - Zehntausende Menschen aus der ganzen Welt haben am ersten Jahrestag der Tsunami-Katastrophe der mehr als 220.000 Opfer in Südasien gedacht. In den am schwersten getroffenen Regionen in der indonesischen Provinz Aceh, im Süden Sri Lankas und in den thailändischen Urlaubsgebieten legten Angehörige der Opfer, Überlebende und Einheimische am zweiten Weihnachtstag Schweigeminuten ein und beteten für die Toten.
Ein Seebeben der Stärke 9 auf der Richterskala hatte am zweiten Weihnachtstag 2004 eine gigantische Flutwelle im Indischen Ozean ausgelöst. 537 Deutsche kamen ums Leben, 15 Deutsche werden immer noch vermisst.
In Aceh ertönte um Punkt 08.16 Uhr (02.16 Uhr MEZ) eine Sirene des neuen Tsunami-Frühwarnsystems. Genau um diese Uhrzeit hatten die Flutwellen vor einem Jahr das Land überrollt, in dem allein rund 160.000 Menschen getötet wurden.
In der Ulee-Lheu-Moschee am Stadtrand von Banda Aceh, dem einzigen Gebäude der Gegend, das das Beben und die Flutwelle fast unbeschadet überstand, legten rund 500 Gäste einer Trauerfeier eine Schweigeminute ein. "Wir beten für die Seelen unserer Lieben, ob sie gefunden wurden oder immer noch vermisst werden", sagte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono.
"Es war so brutal, so schnell, so weitreichend, dass wir alle noch damit kämpfen, es zu verstehen", erklärte UN-Generalsekretär Kofi Annan in einer Videobotschaft. In vielen Bereichen habe es seit der Katastrophe große Fortschritte gegeben, in mancher Hinsicht "liegen die schwersten Tage noch vor uns", mahnte Annan.
Im Süden Thailands gedachten rund 2000 Angehörige ausländischer Opfer und 5000 Thailänder auf den Stränden entlang der Andamanensee der Toten. Von den damals in Thailand getöteten 5400 Menschen waren 2436 ausländische Touristen, darunter hunderte Deutsche. In Khao Lak feierten etwa hundert Deutsche einen Gottesdienst, bei dem die Namen der Opfer verlesen wurden. Der thailändische Regierungschef Thaksin Shinawatra legte bei einer Zeremonie in Khao Lak den Grundstein für ein Mahnmal für die Opfer.
In Sri Lanka räumte Präsident Mahinda Rajapakse bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Peraliya südlich von Colombo Mängel bei den Hilfen für die rund eine Million Tsunami-Überlebenden ein. In dem Dorf hatten vor einem Jahr allein 1000 Menschen ihr Leben verloren, als die Flutwelle einen Zug traf. Schätzungen zufolge starben in Sri Lanka 31.000 Menschen durch den Tsunami.

23 Dezember 2005

Frohe Weihnachten!

Allen in der weiten Welt wünsche ich:
Frohe und besinnliche Weihnachten!

20 Dezember 2005

die Geschichte des Weihnachtsmannes

Heut mal wieder ein Fremd-Artikel:
Immer wieder hört man besonders in akademisch aufgeklärten Kreisen, der Weihnachtsmann sei in Wirklichkeit eine Erfindung von Coca-Cola aus den 30ern.
Bei aller berechtigten Konsumkritik: Das stimmt natürlich so nicht.

Die Ursprünge des Weihnachtsmanns liegen viel, viel früher. Wie das Weihnachtsfest selbst ist auch der "Weihnachtsmann" aus einer Verschmelzung von christlichen Traditionen mit uralten "heidnischen" Volksbräuchen entstanden, die bis auf die vorchristliche germanische Mythologie zurückgreifen: Während der "12 Rauhnächte" nach der Wintersonnenwende ("Julfest") zog Odins "wilde Jagd" aus lauter Göttern und Dämonen durch die Lüfte über den Dörfern. Die Reste dieser Figuren sind bis heute als "Frau Holle" (auch "Frau Perchta") oder "Knecht Ruprecht" (von "Hruod Percht" = Odin, der Prächtige) im Volksglauben zu finden.

Vor allem im skandinavischen Raum, wo die Christianisierung des Mittelalters nur mühsam vorankam, gehen die meisten Weihnachtstraditionen heute noch auf den vorchristlichen Ursprung zurück (z.B. Julbock, Julklapp, Weihnachtswichtel). Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Kirche hatte ganz bewusst die alten heidnischen Feste und Bräuche mit christlichen Anlässen "überlagert", um den Aberglauben zu bekämpfen.

Die Bedeutung des Weihnachtsmanns als "Geschenkebringer" im roten Mantel und mit phrygischer Mütze geht primär auf die Figur des "heiligen St. Nikolaus" (vgl. "Santa Claus") zurück. Vor der Reformation (16. Jh.) war Nikolaus der "Geschenkebringer" - bis Martin Luther wegen seiner Abneigung gegen katholische Heiligenfiguren den Job dem unsichtbaren "heiligen Geist" zusprach. Da das gemeine Volk sich hierunter nichts vorstellen konnte, wurden alte heidnische Figuren als "Gabenbringer" aus dem kollektiven Volkgedächtnis wieder hervorgekramt: Zum einen das "Christkind" in Anlehnung an Frau Perchta (Frau im weißen Gewand), zum anderen eben der Weihnachtsmann.

Die Attribute weißer Bart, Pelzmantel, Rute, Sack, der fliegende Rentierschlitten und vieles mehr stammen von Knecht Ruprecht bzw. dessen nordgermanischem Vorgänger Odin, dem alten, väterlichen Wanderer "von drauß' vom Walde".

Der Anlass zum Weihnachtsfest ist übrigens im Laufe der Jahrtausende im Grunde gleich geblieben. In der Kälte und Dunkelheit der längsten Nacht wird die Hoffnung auf die Erlösung durch das Licht gefeiert: das Widerkehren der Sonne bei den Germanen, die Geburt Jesu bei den Christen.
Quelle: www.allmax.de newsletter

3und33

Gestern war auf einem Event wo ich (und nicht nur ich) gedacht habe: Berlin rockt!
Endlich mal wieder Berliner Flair.
Klar, das Metropolenleben ist fast an allen Ecken im täglichen Leben zu spüren, aber nach 3 Jahren hier ists doch relativ normal aber auch zugleich unverzichtbar für mich geworden.

Da sind Events wie dieses doch eine willkommene Abwechslung und die Stadt kann sich wieder von der Besten Seite zeigen. Halt die genau Momente, die Berlin noch l(i)ebenswerter machen.

Bei „3und33“ wurde drei Tage lang ein Happening veranstaltet. Unter dem vielsagenden Motto „Schoppen.Schnacken.Schillen“ haben Berliner Künstler+Labels sich präsentiert. Da in Berlin es sehr viele (Über-)(Lebens-)Künstler gibt oder zumindest sich dafür viele halten, war die Auswahl groß. Neben Ansteckbuttons, T-Shirts, Fotos, Frühstücksbrettchen und Stempeln, um nur einiges zu nennen gabs auch Vinyls, Essen und trinken.

Highlights waren sicherlich die gehäkelten „Stofftiere“-Alexanderplatz sowie die Frühstücksbrettchen und Bilder mit stylischen Berlin-Motiven von den „berliner töchtern“. Eintritt 3€, alles was es zu kaufen gab lag preislich zwischen 3€ und 33€.

Das ganze, und das hat den eigentlichen Flair ausgemacht, fand im Oderberger Stadtbad statt. Dieses ehemalige Schwimmbad soll seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten saniert werden. Da Berlin Pleite ist und die Politiker keine Hoffnung in das Projekt setzten, ist seit Jahren nix passiert, bis auf gelegentliche Parties und Ausstellungen. Und so kommt es dann, dass man in den Frauen-Umkleideräume Pasta und Buttons erstehen kann, in der Männer-Umkleide werden Vinyls und selbstbestempelte T-Shirts feilgeboten. Der Pool dient als riesig lange Esstafel und Abhänglocation, ebenfalls mit ein paar Shopping-Ständen dran. Der morbide Charme des Gebäudes ist unverkennbar, überall droht der abgeplatzte Putz herunterzufallen. Aber das stört hier niemanden, vielmehr trägt die Location einen großen Teil zur ausgelassenen Stimmung bei. Ein DJ beschallt die Räumlichkeiten und Videoprojektionen an der Decke sorgen für angenehme Atmosphäre.

Und so ists um 22h Sonnntags abends noch gut gefüllt, die Leute gucken, kaufen, quatschen, essen und trinken.

Berlin, du bist so wunderbar!
mehr dazu:
www.3und33.de
www.oderberger-stadtbad.de

drunter und drüber...

„Am Jahresende geht alles drunter und drüber“ sprang mir die Tage von einer großen Plakatwand ins Auge, mal wieder von den Lucky-Strike-Werbetextern entworfen.
Mmmh, dachte ich, beschreibt deinen Lebenszustand grad ziemlich gut.
Zwar ist in 5 Tagen Weihnachten, aber bis auf den Besuch von einigen Weihnachtsmärkten ist bei mir von Weihnachtsvorfreude und besinnlicher Adventszeit nichts zu spüren.

Hocke noch an meinem Diplom. Und zwar genau einen Monat noch wird das Elend dauern, dann ist auch dieses leidige Thema durch. Ist ein ganz schöner Brocken, der noch vor mir liegt. Diese Woche habe ich jegliche Termine gecancelt um mich nun voll und ganz dem bisher doch deutlich zu kurz gekommen Diplom schreiben zu widmen. Quasi der Vorlauf zum großen Finale, dass dann nach Weihnachten beginnt.

Weihnachtsgeschenke hab ich auch noch keine, einfach keine Zeit gehabt. Wo die Zeit bleibt, wees ick eh nicht, irgendwie gehen die Tage rum – mit Schreib- und Denkblockaden aufgrund Problem(chen), mal ne Seite an nem Tag, mal mehr, oft viel weniger. Dann arbeiten und soziale Kontakte pflegen. Heut wird der 1. Abend seit einer Woche sein, an dem ich mal nicht das Haus verlasse.

Eins steht jedenfalls fest: dieses Jahr ist die Weihnachtsedeko in den Berliner Straßen wieder sensationell. Unter den Linden leuchtet schön, leider getrübt durch viele, nein eigentlich eine riesige Baustelle. Dafür ist der Kudamm dieses Jahr auch festlichst geschmückt. Hans Wall in Verbindung mit der Berliner Morgenpost hat wieder den Tauentzien und den Kudamm erleuchten lassen. Der untere Kudamm, ab der gleichnamigen Autobahnabfahrt ist wirklich ganz toll beleuchtet, in allen Bäumen hängen Lichterketten, ganz so, als würde man unter einem Sternenhimmel hindurchfahren –bzw. gehen.

Der Weihnachtsmarkt am Opernpalais, auf dem ich schon 4mal dieses Jahr war,hat leider einen großen Verlust zu beklagen: Siggi, der Zitterspieler, der so berühmte Lieder wie „Der 3. Mann“ oder „Lunalunalu“ oder der „Stotterer“ an seiner Zitter zum Besten gegeben hat, ist dieses Jahr erstmalig nicht mehr da. Keiner weiß wo er ist: wurde er eingeschneit? Hat er keine Lust mehr gehabt? Oder ist er gar krank geworden? Jedenfalls sind nun an seiner Stelle irgendwelche Quetschebüggel (Akkordeon)-Orchester, grässlich singende Frauen oder eine Truck Stop-Cover Band auf der Bühne und präsentieren Lieder, die mit Weihnachten nicht viel am Hut haben. Sehr schade. Waren unvergessliche Abende dort, in den letzten Jahren.

Dafür, und das erstmalig und wahrscheinlich auch einmalig in Deutschland, gibt’s dieses Jahr am Nollendorfplatz den Schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt. Ich war noch nicht da, aber bis Freitag sind ja noch ein paar Tage Zeit. Das muss man sich sicherlich mal anschauen.

Apropos noch einige Tage: in 172 Tagen ist es soweit....die WM steht vor der Tür. Habe schon den ersten BVG-Bus gesehen, der mit dem WM Spruch beklebt wurde. die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die S-Bahn wird vom 9.6-9.7. rund um die Uhr im Einsatz sein, die U2 an den Spieltagen in Berlin ebenfalls, und das mindestens im 5 Minutentakt. Auf der Straße des 17. Juni, die zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor für den Verkehr einen Monat dicht gemacht wird, werden tagtäglich 100.000 Fussballfans zu den Live-Übertragungen auf Großbildleinwänden erwartet. Ich hoffe, das es ein riesiges Fest wird.

Bin froh, dann nicht meine Diplomarbeiten schreiben zu müssen....

07 Dezember 2005

Die missverstandene Hauptstadt

Mal wieder ein Artikel über Berlin, gefunden auf www.spiegel.de

UNTERNEHMENSFLUCHT AUS BERLIN
Die missverstandene Hauptstadt
Von Anne Seith

Bahnchef Mehdorn will Berlin den Rücken kehren. Horrormeldungen von Betriebsschließungen füllen regelmäßig die Hauptstadt-Zeitungen. Von Neuansiedlungen hört man selten. Dabei hat der Standort einiges zu bieten. Das Problem ist: Davon wissen die wenigsten.
Hamburg - Verglichen mit der Hiobsbotschaft, dass die Bahn ihren Sitz von Berlin nach Hamburg verlegen will, war es eine vergleichsweise unspektakuläre Nachricht.
Die Berliner Fiat-Tochter CNH Baumaschinen will bis Mitte des nächsten Jahres ihre Berliner Niederlassung dichtmachen. Rund 500 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Doch im Berliner Senat schrillten sofort die Alarmglocken. Wieder ein Betrieb, der in der Hauptstadt seine Pforten schließt oder die Kapazitäten vor Ort zumindest tüchtig eindampft.
Der Bildröhrenhersteller Samsung will sein Werk im Berliner Stadtteil Oberschöneweide schließen, beim Videogeräte-Hersteller JVC in Spandau sollen rund 220 Mitarbeiter gehen. Der Zigarettenhersteller Reemtsma will 200 der 550 Jobs in Berlin streichen. Bei Bosch-Siemens-Hausgeräte sind Medienberichten zufolge rund 700, beim Autozulieferer Visteon etwa 600 Jobs in Gefahr. So geht es seit Jahren. Nur selten mischen sich positive Schlagzeilen unter die schlechten Nachrichten in den Berliner Zeitungen. Etwa als Sony neulich ankündigte, seine Deutschlandzentrale von Köln nach Berlin zu verlegen.

Falsches Image: "Berlin ist Pop, mehr nicht"Die Vorstellung, dass jetzt auch noch die Bahn - der größte Arbeitgeber der Region - die Flucht aus der Hauptstadt antritt, ist für viele ein Horrorszenario. "Das wäre schon ein verheerendes Signal", sagt Holger Lunau von der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK). Andere Unternehmen könnten dem Konzern folgen. Potentielle Investoren könnten misstrauisch fragen, was das Staatsunternehmen wohl aus Berlin vertrieben hat. Dabei ist das Image des Standorts Berlin schon jetzt ziemlich schlecht, sagt Oliver Haase, Leiter der Berliner Niederlassung der Kommunikationsagentur Heller und Partner. Ausländische Unternehmer wüssten so gut wie nichts über die Vorteile der Stadt, das merke er immer wieder, erklärt der Marketingprofi, der das internationale Geschäft der Firma betreut. "Berlin hat ein Kommunikationsproblem.

Fragt man in internationalen Unternehmen nach der Stadt, heißt es: Berlin ist Pop, Berlin ist lustig. Mehr kommt da nicht."Die rot-rote Berliner Regierung betreibe zu wenig Marketing, findet Haase. "Der Standortpolitik fehlt es an Konstanz und auch an Bissigkeit." Statt aktiv zu werden, ruhe man sich im Berliner Senat auf dem Metropolenbonus aus und reibe sich dann verwundert die Augen, wenn die Stadt im Standortwettbewerb unterliegt.

Berlin kann Hamburgern wenig entgegensetzenAuch Karl Brenke, der Berlin-Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), äußert sich kritisch zum Kommunikationsverhalten des Berliner Senats. "Bei der Ansiedlungspolitik gibt es noch einiges zu verbessern", sagt der Ökonom. Bisher gebe es noch keinen zentralen Ansprechpartner für Investoren, dieses Problem werde erst jetzt langsam angegangen. Auch die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Bundesland Brandenburg müsse in puncto Firmenanwerbung wesentlich enger werden. Und immer noch gebe es viel zu viele Stellen, die bei Investitionsentscheidungen mitreden dürften: "Ich würde zum Beispiel die Widerspruchsmöglichkeiten der Bezirke stark einschränken", sagt Brenke.

Wie schwer sich der rot-rote Senat schon bei der Pflege der ansässigen Unternehmen tue, zeige sich daran, wie sehr man dort von den Umzugsplänen der Bahn überrascht war, fügt Kommunikationsprofi Haase hinzu. "Wenn ich einen so tollen, renommierten Kunden habe, da bin ich doch dran, da rufe ich doch jeden Tag an." Im Vergleich zu den Unternehmensbeteiligungen bei der Hochbahn und dem Hafenbetreiber, mit denen die Hamburger das Staatsunternehmen locken, scheint das wirtschaftlich vor sich hin dümpelnde Berlin der Bahn auch einfach wenig anbieten zu können. "Ein finanzielles Paket für die Bahn werden wir nicht schnüren können. Auch ein Verkauf der Berliner Verkehrsbetriebe steht nicht an", erklärte der Wirtschaftsstaatssekretär Volkmar Strauch (SPD) dem "Tagesspiegel" kleinlaut. "Aber es ist ja viel wert, wenn wir alle planungsrechtlichen Hürden für einen neuen Konzernsitz aus dem Weg räumen." "Im Grunde ein guter Standort"Die Reaktion auf die Krise findet Haase schlicht "unprofessionell".

Statt selbst um das Unternehmen zu kämpfen, rief der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit beleidigt Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Hilfe. Die Bahnzentrale soll im Interesse des Aufbau Ost durch das Veto der Bundesregierung zwangsweise in der Stadt gehalten werden, argumentiert Wowereit. DIW-Experte Brenke sagt zu dem Krisenmanagement des Berliner Senats nur: "Ich weiß nicht, was da los war." Wie viele andere Ökonomen verteidigt aber auch er die Haupstadt vor ihren Kritikern. Die Standortbedingungen in Berlin seien eigentlich sehr gut, urteilt er. In kreativen Branchen und nicht zuletzt im Tourismusbereich biete die Stadt etwa durchaus Wachstumspotential. "Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres hatten wir zwölf Prozent mehr Übernachtungen, als im letzten Jahr. Das ist schon eine ganze Menge."

Dass Unternehmen wie CNH und JVC Arbeitsplätze abbauen, liege am betriebsinternen Missmanagement und an der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage, betont Brenke. In solchen Zeiten verlagerten auch Unternehmen ihren Sitz nicht so einfach nach Berlin. Ähnlich sieht es Holger Lunau von der IHK. Die Mietpreise in Berlin seien unerhört günstig, genügend Bürofläche vorhanden, "und der Senat bemüht sich durchaus, Bürokratie abzubauen", lobt er. Allerdings entstünden vor allem kleine Betriebe mit höchstens zehn Mitarbeitern, etwa im Biotech-Bereich oder in der Gesundheitswirtschaft. "Man muss sich einfach davon verabschieden, dass Berlin ein klassischer Industriestandort ist."

Die Zahlen scheinen Lunau Recht zu geben. Allein zwischen 1994 und 2004 verschwanden in der ohnehin schwachen Berliner Industrie rund 163.000 Arbeitsplätze. Im Dienstleistungsbereich entstanden derweil nur 76.000 neue Jobs. Trotzdem muss man auch Marketingfachmann Oliver Haase von den Vorteilen der Stadt nicht erst groß überzeugen. "Grundsätzlich halte ich den Wirtschaftsstandort Berlin für gut", erklärt er. Das Angebot an Personal sei etwa im Biotech- oder im Kommunikationsbereich herausragend. Und sollte sich ein Unternehmen letztendlich doch dazu entschließen, in die Hauptstadt zu ziehen, zögen die Mitarbeiter meist mit Freuden mit. Denn dass es sich in Berlin gut leben lässt - das zumindest ist bis weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

01 Dezember 2005

das 1. Lichtlein brennt

Bevor ihr glaubt, ich wäre in Winterdepressionen verfallen oder wäre von morgens bis abends mit meiner Diplomarbeit beschäftigt und hätte deswegen keine Zeit, mal wieder zu berichten, muss ich euch eines besseren belehren: Nichts dergleichen. vielmehr ist mein 1&1 DSL anschluss bereits seit 2 Wochen wieder offline, so ein Drecks-Unternehmen mit einem total inkompetenten "Serviceteam" habe ich noch nicht erlebt. Dagegen ist die Telekom ja nix.
Ansonsten ist ja die Zeit des Glühweintrinkens gekommen, Besuch von Weihnachtsmärkten bzw. Orten, die für sowas gehalten werden.
Die letzten Wochenenden waren durch die FHW-Party und die Café-Fahrt geprägt, allet schöne Veranstaltungen mit viel Spaß.
Gibt im Moment nix neues, wollt mich nur mal wieder gemeldet haben.