Berlin - die Metropole: Eindrücke und Ansichten aus der Weltstadt sowie aus meinem Leben

20 Dezember 2005

die Geschichte des Weihnachtsmannes

Heut mal wieder ein Fremd-Artikel:
Immer wieder hört man besonders in akademisch aufgeklärten Kreisen, der Weihnachtsmann sei in Wirklichkeit eine Erfindung von Coca-Cola aus den 30ern.
Bei aller berechtigten Konsumkritik: Das stimmt natürlich so nicht.

Die Ursprünge des Weihnachtsmanns liegen viel, viel früher. Wie das Weihnachtsfest selbst ist auch der "Weihnachtsmann" aus einer Verschmelzung von christlichen Traditionen mit uralten "heidnischen" Volksbräuchen entstanden, die bis auf die vorchristliche germanische Mythologie zurückgreifen: Während der "12 Rauhnächte" nach der Wintersonnenwende ("Julfest") zog Odins "wilde Jagd" aus lauter Göttern und Dämonen durch die Lüfte über den Dörfern. Die Reste dieser Figuren sind bis heute als "Frau Holle" (auch "Frau Perchta") oder "Knecht Ruprecht" (von "Hruod Percht" = Odin, der Prächtige) im Volksglauben zu finden.

Vor allem im skandinavischen Raum, wo die Christianisierung des Mittelalters nur mühsam vorankam, gehen die meisten Weihnachtstraditionen heute noch auf den vorchristlichen Ursprung zurück (z.B. Julbock, Julklapp, Weihnachtswichtel). Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Kirche hatte ganz bewusst die alten heidnischen Feste und Bräuche mit christlichen Anlässen "überlagert", um den Aberglauben zu bekämpfen.

Die Bedeutung des Weihnachtsmanns als "Geschenkebringer" im roten Mantel und mit phrygischer Mütze geht primär auf die Figur des "heiligen St. Nikolaus" (vgl. "Santa Claus") zurück. Vor der Reformation (16. Jh.) war Nikolaus der "Geschenkebringer" - bis Martin Luther wegen seiner Abneigung gegen katholische Heiligenfiguren den Job dem unsichtbaren "heiligen Geist" zusprach. Da das gemeine Volk sich hierunter nichts vorstellen konnte, wurden alte heidnische Figuren als "Gabenbringer" aus dem kollektiven Volkgedächtnis wieder hervorgekramt: Zum einen das "Christkind" in Anlehnung an Frau Perchta (Frau im weißen Gewand), zum anderen eben der Weihnachtsmann.

Die Attribute weißer Bart, Pelzmantel, Rute, Sack, der fliegende Rentierschlitten und vieles mehr stammen von Knecht Ruprecht bzw. dessen nordgermanischem Vorgänger Odin, dem alten, väterlichen Wanderer "von drauß' vom Walde".

Der Anlass zum Weihnachtsfest ist übrigens im Laufe der Jahrtausende im Grunde gleich geblieben. In der Kälte und Dunkelheit der längsten Nacht wird die Hoffnung auf die Erlösung durch das Licht gefeiert: das Widerkehren der Sonne bei den Germanen, die Geburt Jesu bei den Christen.
Quelle: www.allmax.de newsletter