Berlin - die Metropole: Eindrücke und Ansichten aus der Weltstadt sowie aus meinem Leben

12 Februar 2007

Kumm loss mer fiere!

Eineinhalb Monate nix geschrieben, himmelhilf was für eine lange Durststrecke ist nun endlich überwunden worden. aber ich komm grad mal wieder zu nix...Arbeit und Freizeit wollen unter einen Hut gebracht werden und da ist bloggen auch im Alter 2.0 nicht grad auf der Prioritätenliste ganz oben, sorry.

Dieses Jahr fällt Karneval für mich ungewohnt kurz aus, da die Maloche nun mal vorgeht (schließlich lebe ich ja um zu arbeiten) und insofern werd ich an den beiden Krachertagen Wieverfastelovend und Ruusenmondach leider arbeiten müssen. Aber immerhin bin ich von FR-SO bei "Sonnesching" in Bonn bei und in Kölle unterwegs. Schließlich sind mer all' Kölle. Darauf freue ich mich echt supermäßig, mal wieder im Rheinland, der alten Heimat, Karneval fiere, kölsches Liedgut, Traditionen pflegen - einfach herrlich. Die Karnevalshits laufen bereits seit letztem WE bei mir rauf und runter und lösen große Vorfreude aus. Wenn man so fernab des Rheinlandes lebt, vermisst man schonmal die Mentalität. Bereitet euch schonmal auf drei fulminante Abende/Tage vor. Denn - wenn et Trömmelche jeht, da stonn ma all parat!
In diesem Sinne:
Bonn Alaaf!
Kölle Alaaf!
Rheinland Alaaf!
wie jedes Johr: de indiane

31 Dezember 2006

Guten Ruscht!

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und Alles Gute in 2007!

02 Dezember 2006

Gefühl der Freiheit und die perfekte Stadt

In der Berliner Morgenpost kommen tagtäglich in der Rubrik "Guten Morgen, Berlin! - Die Welt zu Gast in der Hauptstadt" Ausländer zu Wort, die hier leben und arbeiten.
Zwei Kommentare der letzten Wochen fand ich besonders treffend. Sie haben einfach das Lebensgefühl, das sich auch habe und mich hier hält auf den Punkt gebracht:
"Was ich an Berlin mag: Die ganze Stadt. Ich bin nach Berlin gekommen und habe mich sofort in die Stadt verliebt. Die Menschen waren mir gegenüber sehr offen. berlin ist gegenüber meiner Heimatstadt Buenos Aires die perfekte Stadt. Buenos Aires ist sehr anstrengend, laut und hektisch. Hier dagegen schließt das ganze Angebot die Ruhe nicht aus. Es gibt viele kulturelle Ereignisse und ein reichhaltiges Nachtleben, dennoch kann man seine Ruhe haben. Ich kann trotz Hochhäuser den Himmel sehen und ich kann atmen. Möchte ich in die Natur, bin ich schnell im Wald. Berlin scheint außerdem noch sehr jung und ich kann an seiner Entwicklung teilhaben. Das ist doch super.
Was ich an Berlin nicht mag: Die Menschen können nicht zufrieden sein mit dem, was sie haben, obwohl das sehr viel ist (das gilt übrigens für fast alle Deutschen, Anmerk. des Spreekönigs)." (Virgina Garfunkel, Argentinien)

"Was ich an Berlin mag:

Berlin hat mir so ein Gefühl der Freiheit gegeben, das ich in meinen früheren Wohnorten nie erlebt habe. Das mag ich wirklich sehr an dieser Stadt. Hier darf man ungeniert man selbst sein. Mir gefällt auch, dass es nach zwei Jahren in dieser Stadt immer noch neue Ecken zu entdecken gibt, in denen ich früher nie war. Wenn man sich hier langweilt, ist man selber schuld. Jeder kann hier tolle Freizeitbeschäftigungen für sich finden."

Berlin, ick liebe dir!


Noch ein Surftipp für die Freunde der Latin-House-Musik, gemischt von nem mexikanischen Bekannten: www.michel.dj

27 November 2006

Ick lebe noch, wa

Oh man, so lange nichts von mir hören lassen. Schon wieder ist mehr als ein Monat rum, unglaublich. Die Zeit als Arbeitssklave minimiert die Freizeit derart, dass kaum noch etwas für das bloggen übrig bleibt. Allen schonmal ne schöne Adventszeit!
Und dann noch das:
"Ich liebe Berlin, die Stadt ist so entspannt und dann gleichzeitig wieder überhaupt nicht. Ich habe hier so viele tolle Partys erlebt und buche den Flug zurück nach London immer ein paar Tage nach dem Auflegen, weil ich weiß, dass ich wieder übertreibe. Ich zerstöre mich dort, aber ich habe
dabei jedes mal eine richtig gute Zeit"
Zitat von Heidi, eine mir unbekannten DJane aus London, in der Groove #103. Danke Heidi, ich hätts nicht besser ausdrücken können (bis auf dass ich weder auflege noch fliege...). Danke Berlin.

12 Oktober 2006

12.10. - Ein Moment der Stille

Prolog
Da bin ich wieder - nach 2einhalb Monaten geprägt von Schreibfaulheit, ner Menge Freiluftaktivitäten und PC-Hass schaff ichs mal wieder ein bischen was zu berichten.
Im zurückliegenden Sommer musste ich natürlich die lauen Abende nutzen, da man ja tagsüber im Büro kaum was von dem schönen Wetter mitbekommen hat. Insofern habe ich im Grunde fast jede Strandbar besucht, die es in Berlin so gibt (Highlights: wie immer Club der Visionäre und diesmal der Klanggarten). Wenn man dann noch 8-10 Stunden täglich vor dem Rechner hängt, hat man abends echt keinen Bock mehr sich vor den Bildschirm zu setzen. Abgesehen davon ists ja bekanntlich schädlich so lange auf den Monitor zu starren - zumal das Durchregieren von Mrs. Piggy Angie uns wahrscheinlich ne Gesundheitsreform beschert, die uns noch in den Ruin treibt (aber das nur am Rande). Positiv hervorzuheben is, dass einige Leute zur Selbsthilfe vorbeugend Sport treiben und Lob sowie Anerkennung verdienen (Beispielhaft erwähnt sei Herr S. , wohnhaft in D am R).

Zu schreiben hätt' es einiges geben, aber sei's drum, ich hoffe ich schaff nun im Herbst und Winter ein paar mehr updates.

Zurück zum Titel: 12. Oktober, ein Tag an dem so einiges passiert ist in der Vergangenheit. Grund genug, um einen Moment inne zu halten. Ziemlich in Vergessenheit geraten ist der 12.10.2002, als geisteskranke Terroristen den Sari-Club in Kuta auf Bali in die Luft gesprengt haben. Bilanz: 202 Tote. Spiegel-Online hat 4 Jahre später die Demenz ereilt, heut war darüber nix zu lesen, noch nichtmal ne kleine Erinnerungsnachricht war es wert. Schlimm, dass die Leute heutzutage so schnell Sachen verdrängen. Mit Glück bin ich damals relativ knapp dem Terroranschlag entkommen: 2 Wochen davor war ich noch im Sari-Club und habe dort gefeiert. Es ist wirklich eine Schande, dass diese friedliebenden und sehr gläubigen Menschen auf Bali so etwas ertragen mussten. Die Insel ist hauptsächlich vom Hinduismus geprägt (übrigens einer der wenigen nicht muslimischen Gebiete Indonesienes - und damit auch eines der friedlichsten...). Vulkanhügel, Reisfelder, Surfer auf meterhohen Wellen, Tempel. Prozessionen, Rituale - die Insel hat wirklich viel zu bieten und ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Welche negativen, gerade zu verächtlichen Stilblüten das Internet treibt, wenn man nach dem Ereignis googelt, seht ihr hier: "Produktsuchergebnisse für Bali+Terroranschläge+2002 "
Wer fundierte Infos sucht, findet sie hier

Ein Jahr später, am 12.10.2003 durfte ich das Fest zu Ehren der Hl. Pilar in Zaragoza/Spanien miterleben. Das ebenfalls religiöse Fest (katholisch) dauert eigentlich mehr als eine Woche, der wichtigste Tag ist aber immer der 12.. Ab 7:30h morgens laufen tausende von Trachtengruppen (meist aus der Autonomen Region Aragón) durch die Innenstadt, jeweils mit Blumen in der Hand, auf den Plaza del Pilar, den Pilarplatz vor der gleichnamigen Basilika. Dort legt jeder Prozessionsteilnehmer Blumen nieder. Bis zum frühen Abend dauert die Prozession. Am Ende des Tages liegen ca. 6 Millionen! Blumen zu einer Pyramide gestaltet auf dem Plaza del Pilar. Sehr beeindruckend und schön, wenn die ganze Stadt sich auf das Fest vorbereitet und feiert. Natürlich ist die ganzen Tage über viel geboten, es gibt open air Bühnen, Feste in Parks, ein Oktoberfest und eine Openair-Disco.
Habe grade mal per Webcam auf den Platz geschaut, so langsam leert er sich und die Leute gehen nach Hause.
Wer der spanischen Sprache mächtig ist, kann sich schonmal den Bericht in der Zeitung von morgen durchlesen.
Mein 12.10. im Jahr 2006 war natürlich durch die Arbeit geprägt, hoch spannend wie immer und es gab mächtig viel zu tun...morgen abend beginnt dann das Wochenende, es wurde auch Zeit.

30 Juli 2006

Weg von der Straße

Verehrte LeserInnen,
dem ein oder der anderen dürfte aufgefallen sein, dass sich das Design des Blogs ganz leicht verändert hat. Ein Dank gilt an Defected für die schöne Vorlage.
Ab morgen bin ich dann auch tatsächlich Weg von der Straße, nicht mehr arbeitslos, arbeitssuchend oder sonstwas sondern dauerhaft beschäftigt...Yeah, der Ernst des Lebens beginnt nun :-) . Ob und wie es sich so anschickt bei der Arbeit demnächst hier. Allen Studies schöne Semesterferien...

25 Juli 2006

Spreebars

Um den Sommer (diesmal hat er wirklich seinen Namen verdient) auf Balkonien so richtig genießen zu können, mal die Links zu den besten "Strand"-Bars (was für ein abgegriffenes Wort, sagen wir mal Bars am Wasser) an der Spree - für die, die dieses Jahr nicht rauskommen (so wie ich)...
Kiki Blofeld
Kubik
Bar25
Yaam
Oststrand
sonntags ab 10h: Klanggarten
immer wieder gerne erwähnt sei die Location, die nun rein gar nix mit ner Strandbar zu tun hat und auch nicht an der Spree liegt, dafür aber am Flutgraben: Der Club der Visionäre, yeaaaah...

Wers es weder nach Ibiza schafft, noch die Wohnung verlassen will, kann sich das Sommerfeeling und die Party-Abfahrt auch zu Hause besorgen - CD rein und abgehts: Defected in the house - Eivissa2006

21 Juli 2006

Recht hat er!

Jeden Tag schreibt der Berliner Taxifahrer "Kasupke" auf der Titelseite der Morgenpost kurz und knapp seine Sicht der Dinge. Immer wieder muss man schmunzeln und oft stimmt ditt, was er sagt. Den heutigen Text fand ich so gut, dass ihr ihn jetzt auch lesen könnt:
"Also Fußball-Weltmeesta sind wa nich jeworden, aba mit unserm WM-Somma schlagen wa alle Rekorde. Een paar Jrad wenja wär mir ooch anjenehma, aba im Jrunde jenommen find ick det Tropenklima herrlich - besonders nach dem elend langen kalten Winta. Nu warnen schon wieda alle von wejen Klimawandel und Ozonwerte. Aba davon laß ick mir meene Berlina Weiße uff Balkonien nich vaderben. Wenn's nach den sojenannten Experten jinge, wärn wa alle schon entweda an Rindawahnsinn, Vogeljrippe oda Acrylamid jestorben. Aba hurra, wir leben noch, die Sonne lacht, und keene Stadt is so schön wie Berlin im Somma!"
Wo er Recht hat, hat er recht!! Täglich Kasupke im Netz hier

17 Juli 2006

move your mind

Getreu dem Motto: Nach der Parade is vor der nächsten Parade schnell den 12.8. notiert. Dann findet zum 15. Mal in Zürich die Streetparade statt. Nach dem genialen Loveparade-Wochenende in Berlin steigt die Vorfreude enorm. Zumal schon der Tiergarten als Austragungsort rockt, aber mit dem Zürisee kann sich keine Location messen. Eine Parade rund um das kühle Nass, die offenen Partypeople, die Leute auf den Booten im See, vielleich wieder ein Sprung ins Wasser...all das untermalt von elektronischer Musik - kann alles. Zur Einstimmung schon mal den Trailer anschaun. Die warm up Party findet übrigens am Utoquai statt und ab 13h wird dort kein geringer als Sven Väth persönlich die Massen rocken. Alle Infos hier . Hoffen wir nur, dass dieses Mal die Grenzer etwas lockerer drauf sind...

the love is back...und wie!

Wer hätte das gedacht?
Allen Unkenrufen zum trotz: weder die Loveparade ist tot noch Techno. Das letztere wusste ich schon immer, da sich grad Berlin nicht grad zum Niemandsland von ebesolchen Partys und Labeln entwickelt. Aber was da am Samstag abging, hammer! Mal wieder Danke! Waren es um 12h mittags noch wenige hundert Leude (das ganze ging sehr verhalten los), steigerten sich nicht nur die Anzahl der Menschen, auch deren Partylaune nahm immer weiter zu. Lexy & K Paul haben vor ca. 100 Leuten ihren live-act gestartet, waren es dann im lauf der Parade 500.000!! Diese Zahl halt ich auch im Anbetracht der letzten Jahre für ne realistische Schätzung. Zwar waren auch viele Asseln dort, aber das Gro der Leute war mehr als ok. Am Stern bei der Abschlusskundgebung gabs kaum noch ein halten - es war so voll wie immer. Als dann auch noch mein ganz ganz altes Lieblingslied "insomnia" gespielt wurde, war eh alles vorbei. Wie geil, die Menschenmasse ging ab, auch noch später zu Westbam und zu (auch am Vorabend gehörten ) Paule (the love from above, Arena - Spitzenevent, ebenfalls viel besser als gedacht). Alles in allem einfach ohne Worte - wer die Musik liebt und massentauglich ist, für den wars nur einfach nur fett. Eigentlich fast alles wie immer. Als wäre sie nie weggewesen, die Parade....GEIL!! So krank sie auch für die Normalos scheinen mag, so einen Event in der Größe mitten in der City ausrichten zu können kann einfach alles! Es lebe Berlin!!!

Am 12.8. zeigen dann unter meiner Mitwirkung die Züricher, ob die Streetparade immer noch mehr rockt als die LP...

Leider war ich dann am SO so platt, dass nix mehr ging lp-after-technisch. Immerhin hab ichs abends aufs schwul-lesbischen Stadtfest am Nolle geschafft. Dort hat Westbam die (wie immer schrille) community zum tanzen und zur Entzückung gebracht. Coole Sau.
Das Wochenende hat mir mal wieder gezeigt:
BERLIN - DU BIST SO WUNDERBAR!!
Danke...

14 Juli 2006

Loveparade 2006 Party update

Noch ist alles ruhig in der Ciddy, aber meine innerliche Vorfreude steigt von Stunde zu Stunde, das Wetter hat sich etwas abgekühlt, was positiv ist.
Während der letzten Loveparades haben die Leute vornehmlich am FR und Sa gerockt (ok, dafür gings meist auch schon Mittwochs los...), dieses Jahr scheint sich der Sonntag jedoch zum weiteren Party-Highlight-Tag zu entwickeln.
Bereits erwähnt: Partysan im [ALT:und vorm Station Park] ACHTUNG: wg. Behördenproblemen VERLEGT an den Space Beach, open air, 12-22h, Eintritt 5€...ein Sonntag am Beach...
Wers früh mag: von 6-8h (SO morgern) lädt das Deep nun wirklich zur allerallerletzten Fiesta in die Gewölbe der ehemaligen Bötzowbrauerei, danach ist endgültig schluss (jedenfalls vorerst). An den Plattentellern wird Andre Galuzzi die Massen zum rocken bringen. ab 8h gehts dann open air weiter bis Montag morgen
Seit SA abend im Gange ist die Ostfunk trifft NoUfos Party im PolarTV und PolarPark, Ende am Sonntag offen...
Ellen Allien wird direkt 2x am heutigen Tag auftreten (das ist ja bei vielen DJs so), erstmalig ab 12h auf dem Badeschiff mit ihrer bpch ctrl-Label-Clique
Im Schönwetter ist das sonntägliche Motto (treffendes Wortspiel...) "Come togehter and get restless!". Los gehts ab 16h wie immer open air und mit den Djs Silversurfer, Dinky, Kiki und Smash TV
Im Weekend gibt sich ab 23h Ellen Allien dann zum 2.ten mal an diesem Tage die Ehre
"Höllisch" (haha, was für ein Wortspiel) gehts im Spindler&Klatt zu, wenn sich mal wieder Mr. Gigolo himself hinter die Decks begibt (ab 22h)
Nonstop seit Sa abend wird im Sage bei der "La Familia" Party bis Montag früh durchgemacht

Und wer dann noch kann gibt sich traditionell "die letzte Abfahrt nach der Loveparade"-Party im SO36, Montag abend ab 22h

Auf ein tolles, partyreiches Wochenende! Und nen erholsamen Urlaub nächste Woche!

12 Juli 2006

the love is back

Am Samstag ist es nach 2jähriger Abstinenz wieder soweit: die Loveparade ist zurück!
Ab 14h werden auf der gesamten Straße des 17. Juni (die ja bereits seit der WM als die weltweit größte Fanmeile in die Geschichtsbücher eingegangen ist) die Love-Wägen und "Underground"-Bühnen für eine elektronisches Musikparty der Extraklasse sorgen. Fehlst nur noch du! Mal sehen, wieviele Leute sich nach der Auszeit auf den Weg nach Berlin machen. Zumal es noch Konkurrenz vom Melt! und der SensationWhite gibt. Aber trotz allem lässt sich das Lineup auf den Wägen und den Clubs der Stadt sehen. Am Fr geh ich mal wieder zur The love from above Party (sicher auch nicht schlecht: Ostfunk im PolarTV), am Samstag entscheidet dann die Ausdauer und die Laune, wo es hingeht. Ganz groß dürften die Electric Kingdom Party (Columbiahallen) sowie die Partysan meets Kompakt23 Nacht in der Maria+Josef rocken. Aber auch die BpichCtrl-night im Watergate sowie La Famila im Sage sind zu empfehlen. Sonntags bieten dann wiederum die Partysanen den würdigen Abschluss mit nem fetten openair bei freiem! Eintritt (ein Wunder, dass es sowas noch gibt...) im/am Station Park im Görli Park (en memoriam: Sven Väths Tresor Park).
Nähere Infos gibts unter : www.loveparade.net
etwas unübersichtlich aber dafür alles mit einem klick verfügbar
http://www.myspace.com/loveparade_berlin

Aber das ist noch längst nicht alles. Bedingt durch die WM und die somit rar gesäten spielfreien Sommer-Wochenenden findet am selben WE die Modemesse Bread&Butter in den Kabelwerken Siemensstadt (sowie einigen Clubs) statt.

Das letzte Highlight auch an nem außergewöhnlichen Termin, nämlich ebenfalls dieses WE ist das Motzenstraßenfest, auch als das größte schwul-lesbische Straßenfest Europas bekannt. Rund um den Nolle und eben der Motzstraße gehts queer zu und drunter und drüber...sehr interessantes Völkchen was sich dort tummelt. Auf jeden Fall sehenswert. Den Abschluss dieses Festes und des wohl recht fulminanten Wochenendes bietet dann ab 20:30h wie jedes Jahr Westbam an den Decks umsonst und draußen auf der Connection-Bühne (Motz-, Ecke Gossowstr.). Infos zum Fest

10 Juli 2006

DANKE!

Schluss, aus, vorbei!
Das war sie, die WM. Nach dem traurigen Dienstag abend haben unsere Jungs noch den 3. Platz erkämpft, sich weltmeisterlich auf der Fanmeile feiern lassen und dürfen nun guten Gewissens in den Urlaub verabschiedet werden. Den brauche ich auch, soviel Spiele habe ich noch bei keiner WM gesehen und die Feierlichkeiten am Sa abend und den ganzen gestrigen Tag über fordern auch ihren Tribut. Zum Abschluss war es nochmal so richtig geil gestern auf der Fanmeile. Erst die Verabschiedung der Mannschaft, das schwarz-rot-goldene Flaggenmehr und dann abends das Finale. Das Berliner Olympiastadion ist wie geschaffen für das eines der größten sportlichen Events weltweit. War es nicht ein genialer Anblick, dieser majestätische Koloss? Und was für eine fantastische Stimmung! Abends waren zum allerletzten Mal Heerscharen von Leute aller möglicher Nationalitäten zur Fanmeile gekommen um die Fußball WM 2006 gebührend zu verabschieden. Ein 4wöchiges Dauer-Fest, ein toller Patriotismus, eine erstaunlich gute Nationalmannschaft und einfach nur Freude pur, allerortens. Zwar gabs auch viele langweilige Spiele, aber wir als Gastgeber haben es geschafft, die beste WM aller Zeiten zu organisieren und zu feiern. Und dieses Lob haben wir nicht etwa selbst ausgesprochen.
Das Motto hätte nicht zutreffender formuliert werden können:
DIE WELT ZU GAST BEI FREUNDEN
Insofern gilt an dickes Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass diese WM zu so einem unvergesslichen Ereignis geworden ist!
Sie wird sicher nicht nur mir Ewigkeiten im Gedächtnis bleiben...danke Deutschland!!
Tragt euch im Internet ins Dankesbuch unserer Mannschaft ein: http://www.deutschland-dankt.de

DA NK E!

06 Juli 2006

Auf ein neues im Jahr 2010

Es hatt nicht sollen sein, trotz eines super Einsatzes der Mannschaft fehlte uns am Ende das Glück, das die Italiener diesmal auf ihrer Seite hatten.
Wir dachten schon ans Elfmeterschiessen, bis unser aller Traum vom Weltmeister dieses Mal jäh zerplatzte. Aber nichts desto trotz haben unsere Jungs eine hervorragende WM gespielt und so nebenbei endlich den deutschen Nationalstolz wieder aufleben lassen. Wir sind wieder wer!
Uns bleiben nun 4 Jahre bis Südafrika, wo die nächste WM stattfindet. Insofern ist größte Zuversicht angesagt. Zumal gilt (den Mathematikern unter euch wirds vielleicht aufgefallen sein)
1990+1974-1954 = 2010 !!
Da kann ja dann gar nichts mehr schiefgehen...
Um den letzten Blogs treu zu bleiben sei an dieser Stelle wieder einmal an die Sportis erinnert. Sie haben gestern ihren WM-Hit auf das Jahr 2010 umgedichtet, ab heute 15h ist er kostenlos downloadbar, mehr dazu:
http://www.sportfreunde-stiller.de/news.php

04 Juli 2006

Halbfinale

Nach den Schweden und den Gauchos sind heut die Italiener dran:
Ihr könnt nach Hause fahren!!
Unsere Jungs werden es packen, heut und auch im Finale.
"Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir WELT MEIS TER sein!"
Denn am Sonntag um 22h ist der Traum Realität!

28 Juni 2006

Sommerloch?

Es ist Sommer und WM, warum meinen dann einige Boulevardmedien, obwohl es eigentlich genug sinnvolles zu berichten gäbe, sich so um den tollen Bruno und Otti kümmern zu müssen?
Da kommt seit ca. 180 Jahren mal wieder ein gutgelaunter Bär nach Deutschland und Österreich, schon wird dieses Tier zur neuesten Bedrohung heraufbeschworen, irrsinnige kohle in die verschiedensten Fangmethoden investiert und die Politiker tun so, als ob es nichts wichtigeres gäbe. Und ein paar Schäfchen sind dabei draufgegangen, und sogar ein Meerschwein. Ach herje, die armen Tiere. Fressen und gefressen werden ist das Motto der Natur, ob ich nun ein Lammrücken und [(wie in Ecuador), ist dort Nationalgericht] Meerschweinchen esse, oder ob das ein Bär tut, wo ist der Unterschied, die Gefahr, das Problem? Bisher hat der "Problem"bär keinem Menschen was zu Leide getan, nu kan er es auch nicht mehr, denn er ist tot. Tut mir zwar leid ums Tier, aber die Medien sind es schuld. Ohne soviel Aufsehen zu erregen und aus einem kleinen schnuckeligen Bärchen den neuen großen Feind aller Deutschen zu machen wäre dem Tier sicher nix passiert.
So aber es hat nur Vorteile: keine dämlichen Berichterstattungen mehr (z.B. in Berlins Boulevardmedien war der genau Tötungshergang grafisch und minutiös abgedruckt), keine Kohleverschwendung für ne Reha-Maßnahme und keine Profilierungssucht von Politikern.
Im Yosemite National Park in den USA laufen die Bären übrigens in der freien Wildbahn rum und dort wird der Bär weder gejagt noch abgeschossen, die Menschen und Touris leben in friedlicher Eintracht mit ihm.
Der Abschuss zum nachspielen und der Kondolenzblog unter:
www.brunoderbaer.de

Ab und zu war man richtig verwirrt, wer gemeint war, der Problembär Bruno oder Otti, der einige Probleme hatte und auch als Bär durchgehen könnte. Einige Paralelen tuen sich auf: Otti hatte auch jemanden verlassen (zwar nicht wie Bruno seine Mutter sondern seine Frau) und er ist ebenso ziellos durchs Leben gestolpert.

Was erwartet uns erst, wenn die WM vorbei ist und die Zeitungen nur noch sich auf solche Belanglosigkeiten konzentrieren werden? Armes Deutschland...

23 Juni 2006

WM: Die Begeisterung kennt kaum noch Grenzen

Nun ist sie bereits 2 Wochen alt, unsere WM! Die Vorrunde ist gerade zu Ende gegangen. Was nicht alles passiert ist in den letzten beiden Wochen.
Wer hätte gedacht, dass der Fußball einen derartig positiven Patriotismus in uns Deutschen erweckt?
Wer hätte gedacht, dass bis zu 700.000 Leute gleichzeitig auf der Berliner Fanmeile ein Deutschland-Spiel sehen?
Wer hätte gedacht, dass Ecuador und Ghana im Achtelfinale stehen?
Wer hätte gedacht, dass ich im Berliner Olympiastadion die Deutsche Mannschaft gegen Ecuador unterstützen darf?
Kaum einer hätte mit all dem gerechnet, am wenigsten ich.
Habe ich meine Deutschland-Fahne bereits 3 Tage vor der WM aufgehangen und noch bei mir gedacht, na, ob ich wohl der einzigste bleibe, steigt immer noch von Tag zu Tag der Fahnenwald. Mittlerweile haben doch einige Leute in Berlin ne Fahne aus dem Fenster (sei es nun aus dem Haus oder dem Auto). Eine tolle Entwicklung, warum sollen nicht auch endlich wir stolz sein auf Deutschland und das was wir geleistet haben und unsere Fahnen schwenken? Die letzten Generationen haben nun wirklich gar nichts mehr mit dem leidigen Thema der Nazizeit zu tun. Insofern gilt: weiter so, ob nun eine die Flagge im Gesicht, ein schwaz-rot-goldener Hut auf dem Kopf oder die Fahne in der Hand, hauptsache es man bekennt sich zu Deutschland. Auch dass die Mehrheit unseres Volkes inbrünstig im deutschen Trikot die Nationalhymmne singt, ein tolles Erlebnis.

Die letzten Wochen haben wirklich viel verändert. Die Deutschen sind auf einmal zu Fußballverrücken "public viewern" aufgestiegen und selbst die Frauen schauen und tippen eifrig mit, wenn es um die WM geht. Die Berliner Fanmeile ist echt gigantisch, tagtäglich wurde mit 100.000 Leuten gerechnet, gekommen sind im Durchschnitt mehr als das doppelte. Mir ist das dann doch zuviel Gedonner. Ich brauche ja viel Leben um mich rum, aber mehrer 100.000 müssen dann doch nicht immer sein. Die Stadt hat ja auch noch genug andere Orte zu bieten, an denen man Fussball schauen kann. Einer davon ist die Adidas-Arena, in der beim Deutschland-Polen Spiel eine super Stimmung herrschte. Übrigens sind die Schweden-Fans schon jetzt in mein Herz gewachsen, da sie gut druff sind und immer Spaß haben. Nur leider werden wir die Morgen aus dem Turnier werfen.

Was eine Großtstadt auch ausmacht: die Anonymität und Gleichgültigkeit vieler Leute. Wenn man sich mal die Fahnen wegdenkt und nicht grad dort ist, wo die Touris sind, merkt man nicht dass WM ist, selbst wenn Deutschland spielt. Die Leute leben normal weiter, als wäre nix.

Aber trotzdem: Deutschland einige Feierland, die Laune der Leute ist super, überall wird Völkerverständigung betrieben und der Begeisterung sind kaum Grenzen gesetzt. Vielleicht entwickelt sich ja endlich durch die WM ein Schub für unser Land und die Menschen, nicht immer über alles zu meckern und das Leben genrell positiver zu sehen; es wäre wünschenswert.
Von No-Go-Areas spricht keiner mehr, ebensowenig von der skandalösen Eintrittskarten-Vergabe, der Schwarzmarkt blüht....
alles also in bester Ordnung.
Noch 2 Wochen bis zum Endspiel, noch 2 Wochen Freudentänze, Autokorsos und dergleichen. In Berlin wird auf den Straßen gefeiert. Was nach dem letzten Deutschland-Spiel auf dem KuDamm abging war kaum zu toppen, super Stimmung.
Die schönste Zeit in den 2 Wochen war defintiv der Besuch der Party D-Ecuador im Berliner Olympiastadion. Einmal im eigenen Land bei der eigenen Mannschaft live dabeizusein, ein geiles Gefühl. Schon vor dem Anpfiff ging die 1. La Ola Welle durchs Stadion, die ersten 20 Minuten gab es überhaupt kein halten auf den Rängen, eine geniale Stimmung. Als dann nach dem 3:0 Sieg unsere Jungs eine Ehrenrunde durchs Stadion absolvierten war der Jubel unbeschreiblich.
Hoffen wir auf 2 weitere tolle Wochen voller Emotionen und schöner Spiele.
"Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir WELTMEISTER sein!"

09 Juni 2006

noch 5 Stunden, 13 Minuten!!

Nach dem jahrelangen, monatelangen und tagelangen Warten ist es nun heute wirklich soweit: In wenigen Stunden wird die WM 2006 in unserem Land eröffnet!!
Bereits am Mittwoch haben wir hier in Berlin vor dem Brandenburger Tor mit 250.000 Leuten die Bester Laune waren die WM inofiziell eröffnet.
Ich hoffe auf eine stimmungsvolle, friedliche WM, bei der ausgelassen gefeiert wird! Wie Ballack schon gesagt ht: Wir sind der 12. Mann und deswegen werden wir unser Team bis ins Finale tragen. Wenn die Stimmung so wird wie bei den Testspielen seh ich darin kein Problem.
Wir alle sollten dafür sorgen, dass die Welt zu Gast bei Freunden ist!
Jetzt wird unser Trikot angezogen und es geht zur WM-Party. Allen schöne 4 Wochen, viele Tore und unvergessliche Augenblicke.
2002 hats nicht ganz gerreicht, aber es war ja auch kein Heimspiel:
1954 Bern, 1974 München, 1990 Rom, 2006 HIER!
Ein Traum: 09.07.2006, Berlin Olympiastadion

24 Mai 2006

noch 1,2,3,4,16 Tage

Wir schreiben den 24.5.06. und die kommenden Tage und Wochen werfen ihre Schatten voraus. Mittlerweile kann man sich in Berlinopolis kaum noch vor Freizeitangeboten retten und natürlich bestimmt auch hier die WM alles. Überall wird geputzt, gehämmert und geschraubt um pünktlich in 16 Tagen alles fertig zu haben. Die Sraße des 17. Juni wird dann einen Monat lang jeden Tag eine Freiluft-Party erleben, die ihresgleichen sucht. 5 Leinwände übertragen die WM, die größte ist 60qm groß, dazu Volksfeststände und Sponsoren-Gedonner. Direkt daneben auf dem Reichstagsrasen das 13. Stadion, der Nachbau des Olympiastadions mit 10.000 Plätzen, danke an den Sponsor Adidas. Nur wenige Meter weiter wurde vom Bundestag die Reichtstagskuppel nachgebaut, um über die Arbeit der Bundesregierung zu informieren.
Aber nicht nur im Regierungsviertel herrscht Hochstimmung, auch in der Waldbühne, am Potsdamer Platz und beim Popkick-Festival im Treptower Park können die Spiele verfolgt werden, auch die Kulturbrauerei ist mit von der Partie ebenso wie viele andere Locations, Kneipen und sonstige Plätze, wo Übertragungen stattfinden.
Ich bin bestens vorbereitet: die Deutschland-Socken, das Trikot und die Fahne liegen bereit, die Stimme ist geölt, der Spielplan wird langsam verinnerlicht, der Fernseher in Position gebracht, das Bier kaltgestellt und es kann losgehen!
Freue mich auf eine tolle WM in unserem Land und ich hoffe, dass jeder von uns dazu beitragen wird, dass die Besucher sich wirklich "zu Gast bei Freunden" fühlen und nicht durch braunen Matsch tappen müssen. Hools, ihr könnt übrigens auch zu Hause bleiben, wir brauchen euch nicht, ihr könnt eure Köppe in polnischen Wäldern zusammenschlagen...

Bevor aber in knapp 2 Wochen das Ereignis des Jahres beginnt hat Berlin natürlich noch mehr zu bieten. Zum Beispiel morgen den Herrentag, an dem die Männer die Frauen zu Hause lassen und sich auf ne gemütliche Bötchenstour begeben.

In 2 Tagen wird dann, quasi Freitag, Europas größter Kreuzungsbahnhof eingeweiht, auch als "Mehdorns Glaskathedrale" bezeichnet, eingeweiht. Das Ding ist echt funky, mitten in die Brache haben die einen fetten Bahnhof gebaut, der in vielen Hinsichten alles zuvor dagewesene sprengt. Bis zu 200.000 Leute werden dort täglich erwartet, 80 Läden weden 365 Tage im Jahr von 10-22h auf haben und die 5 Ebenen können neben der S-Bahn, den Regionalzügen natürlich auch die ICEs beherbergen. Wie es in Berlin immer ist: nix ist perfekt und so fehlt trotz 10jähriger Bauzeit noch ein U-Bahn-Anschluss, der dann wohl 2007 kommt...


Nur einen Tag später, Samstag, also in 3 Tagen, wird RedBull sein AirRace auf dem Flughafen Tempelhof (mit einem der größten Flughafengebäude der Welt!) durchführen. Eine spektakuläre Show bei freiem Eintritt, was will man mehr? 300.000 Leute werden erwartet. Mal sehen, wieviele es werden. In Barcelona, wo ich am Strand die Aufbauarbeiten vor einigen Wochen miterlebt habe, waren mal eben mehr als eine Millionen Leute gekommen und der Verkehr ist total zusammengebrochen, da nur die Hälfte der Leute erwartet worden war und Spaniols halt Spaniols sind und es ihnen nicht in den Kopf kommt, mal ne extra-U-Bahn fahren zu lassen bzw. bestimmte Flächen als Parkplätze auszuweisen...mal sehen, ob die Berliner das besser im Griff haben. Immerhin wirds ganz schön abgehen, zum Vorgeschmack sei das Video über Barcelona empfohlen: www.redbullairrace.com

Das Wochenende beschließt dann die Fahrradsternfahrt. Wichtige Verkehrsadern werden gesperrt und es sind fast nur noch Fahrradfahrer unterwegs, im letzten Jahr waren es 200.000. Das letzte Mal war ich vor 3 Jahren dabei und dort konnte man über die Avus fahren, die alte Rennstrecke die nun als Autobahn fungiert. mehr: www.fahrradsternfahrt.de
Ausserdem ist er letzte Tag der Bieenale, die nah 2 Monaten zu Ende geht.

Das waren natürlich nur die Hauptattraktionen, es gibt noch viel mehr anzustellen hier in der City. Wem da noch langweilig ist und zu Hause bleibt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen...

15 Mai 2006

Bleiben Sie einfach deutsch!

Diesen Artikel habe ich auf SpiegelOnline gefunden. Ein kleiner Ratgeber für Mann und Frau zur WM wie man "die Welt" richtig empfängt, sich korrekt verhält und einen guten Gastgeber abgibt. Damit unsere WM, falls es sportlich nicht klappen sollte, trotzdem ein Erfolg wird.

Von Reinhard Mohr

Allmählich besinnen sich die Deutschen darauf, welch einzigartige Chance die WM 2006 bietet, das durch Arbeitslosigkeit, und Reformstau geschundene Land des Jammerns geistig-moralisch aufzurichten - nicht zuletzt mit Hilfe selbst produzierter Begeisterungsfähigkeit.

Es geht um basisdemokratischen und lebensfrohen Optimismus, um zivile Freude am glücklichen Augenblick und jene Lust auf die Zukunft, deren Fehlen in Deutschland seit Jahr und Tag beklagt wird. "Die Welt zu Gast bei Freunden" heißt die Parole, mit der Kaiser Franz seit Jahren durch die Welt fliegt.

Ja nee, is' klar, immer gerne. Aber wie macht man das: Gastfreundschaft in Deutschland? Buon giorno! Mein Name ist Atze Schröder. Wie kann ich Ihnen helfen?

Aber wie weicht man den Fallstricken des multikulturellen Alltags aus, wenn karibisch groovende Fußballfans aus Trinidad/Tobago in der Dortmunder Fußgängerzone auf schwer betrunkene Schweden treffen, die auch ohne Übersetzungshilfe ganz selbsttätig herausgefunden haben, was ein "Köpi" ist? Caipi gegen Köpi - ein Kampf der Kulturen auf deutschem Boden?

Wichtiger noch: Wie präsentiert sich der Deutsche, marketingtechnisch gesprochen: Wie positioniert er sich? Wo hilft er, wo greift er ein und wo hält er sich besser raus? Und: Wie stolz soll man sein, wie patriotisch? Nicht zu viel und nicht zu wenig, würde Horst Köhler sagen. Global denken, im Lokal handeln?

Aber ob das eine brauchbare Orientierung ist für den Fall, dass deutsche Hooligans, ebenfalls in Dortmund, vor dem Spiel gegen unsere östlichen Nachbarn "Haut die Polen platt wie Bohlen!" brüllen?

Und wie erklärt man unseren Freunden aus Iran das Berliner Holocaust-Mahnmal, von der Verkehrssprache mal ganz abgesehen? Was tun, wenn serbische Fußballanhänger im Chor "Slo-bo-dan Mi-lo-se-vic!" und ein höhnisches und bitter anspielungsreiches "Sre-bre-ni-ca! Sre-bre-ni-ca!" rufen, kurz bevor es in Leipzig gegen Hollands Oranje-Kicker geht?

Um diese und andere Fragen zu klären, wollen wir ein paar Antworten versuchen: Grundsätzlich kommt es auf die richtige Haltung an. Und die ist klar:

Deutsche Befindlichkeit und Vergangenheit:

Deutschland ist weltoffen, aber auch urtypisch. Besseres Brot findest Du nirgendwo auf der Welt. Vom Bier ganz zu schweigen.

Also treten wir den Freunden aus mindestens 31 Fußballnationen ebenso höflich wie selbstbewusst entgegen, gelassen und souverän, dabei weder arrogant überheblich noch spießerhaft kleinmütig oder gar gleichgültig. Jetzt können wir endlich zeigen, was wir in den vergangenen 60 Jahren gelernt haben.

Wenn also amerikanische Freunde vor dem Spiel Ghana-USA in Nürnberg auf dem Gelände der berüchtigten NSDAP-Reichsparteitage herumirren und nach Joseph Goebbels fragen, antworten Sie ganz ruhig, aber entschlossen: "Der ist tot." Vermeiden Sie unbedingt das Adverbium "leider". Also bitte nicht: "I am so sorry, but that guy is dead." Sicherheitshalber fügen Sie hinzu: "Hitler übrigens auch, the Führer too".

Ins ratlose Erstaunen der lieben Freunde aus Amerika hinein können Sie vielleicht noch den Hinweis platzieren: Our recent leader is Angela Merkel, sprich: Äindschela Mörkel.

Was die mancherorts nahezu unausweichliche Konfrontation mit der Nazi-Vergangenheit überhaupt betrifft, ob vor der Münchner Feldherrenhalle, im Berliner Olympiastadion oder im ehemaligen NS-Raketenstützpunkt Peenemünde, gilt prinzipiell: Wir verschweigen nichts, wir müssen aber auch nicht ständig darüber reden. Als aufgeklärte und kritische Patrioten blicken wir nun nach vorne.

Zum Beispiel auf die nackten Bauchnabel junger brasilianischer Frauen, die vor dem Mannschaftsquartier des Weltmeisterschaftsfavoriten, dem Kempinski-Hotel in Falkenstein am Taunus, Position bezogen haben und auf Ronaldinho, Cafu, Kaka & Co. warten. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn wir als zuvorkommende deutsche Gastgeber uns dazu gesellen und so tun, als würden auch wir Ronaldinho sehen wollen. Doch wir, oder besser SIE, ja SIE sollten darauf achten, nicht allzu offensichtlich auf das traditionell freizügige Outfit weiblicher brasilianischer Fußballfans zu starren. Hier ist Sensibilität und Fingerspitzengefühl gefragt.

Wer sich gar nicht anders zu helfen weiß, sollte eine kalte Dusche nehmen oder an Robert Huth und die deutsche Abwehrkette denken.

Guter Rat und große Bitte: Bleiben Sie einfach deutsch. Wenn es sich machen lässt mit einem Schuss guter Laune. Das wirkt. Und entspannt. Auch Sie selber.

Sprudelnde Lebensfreude und allgemeine Verbrüderung:

Vergessen Sie nicht, dass von Verschwisterung nirgendwo die Rede ist.

Und: Die Fußballweltmeisterschaft ist nicht die Knutschinternationale der sozialistischen Weltjugend wie in der einstigen DDR, als bulgarische Kundschafterinnen der Staatssicherheit und ostdeutsche FDJler an der Weltuhr auf dem Alexanderplatz gegenseitig unter den Parteiuniformen und Plaste-BHs herumnestelten und jene kleine Freiheit genossen, die der real existierende Sozialismus gerade noch zuließ.

Wer hier und heute glaubt, die günstige Gelegenheit für billige erotische Abenteuer nutzen zu können, hat den nationalen WM-Auftrag - "Die Welt zu Gast bei Freunden" - nicht begriffen. Es heißt "Freunde", nicht "Freier". Für die gibt es offizielle "Verrichtungsräume" in Stadionnähe.

Wir sind Gastgeber, keine Grabscher, anständige Sportskameraden und keine marodierenden Gigolos. Wir sind charmant, nicht scharf, galant, nicht geil. Die Fußballweltmeisterschaft ist nicht dazu da, um unser langfristiges demographisches Problem zu lösen. "Wichtig is' auf'm Platz", hat ein großer deutscher Fußballweiser gesagt. Er meinte damit nicht das Gebüsch hinter der Großbildleinwand oder die Parkbank in Gelsenkirchen, sondern den hart umkämpften Strafraum des Gegners.

"Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker" soll Che Guevara einmal gesagt haben. Comprende: Nicht "Sex" - Solidarität! Das wäre übrigens auch ein schönes WM-Motto gewesen. Reißen Sie sich also ein wenig zusammen. Gemeinsam zur Gitarre zu singen ist auch schön.

Geschlechterkampf:

Ein Wort an die deutsche Frau. Auch sie, die noch vor einigen Jahren keine Ahnung hatte, was Abseits bedeutet und wo auf dem Spielfeld eigentlich "halblinks" ist, fiebert nun mit vorm Fernseher. Und das ist gut so.

Aber wenn dann noch beim freien Fall auf die Grasnarbe die kurze Gucci-Hose verrutscht und die zu Boden gestreckten Azzurri wie waidwundes Piemont-Reh zum Schiedsrichter blicken, ist es aus mit Volk und Vaterland. Dann geht die deutsche Frau gnadenlos fremd schmachten.

Zugegeben: "Poldi" und "Schweini" klingen ein klein wenig uneleganter als Alessandro Del Piero oder Francesco Totti, und auch die Bewegungsabläufe der deutschen Balltreter sind meist ungelenker, schwerfälliger und weniger fließend als die ihrer geschmeidigen italienischen Konkurrenten. Aber darum geht es nicht. Es geht um Gerechtigkeit für Deutschland.

Einen neuen Geschlechterkampf am Spielfeldrand können wir uns gerade jetzt nicht leisten. Schon auf dem WM-Sofa zu Hause kommen Entzückensrufe über italienische, französische und lateinamerikanische Rasenschönlinge bei deutschen Fußballfreunden nicht gut an - in der großen Öffentlichkeit, vor den O-Ton-gierigen Fernsehkameras aber schwächen sie das, was Jürgen Klinsmann "unseren Spirit" nennt, das tolle Gemeinschaftsgefühl, das Selbstbewusstsein unserer Jungs, das ja auch ein schwieriger kreativer und innovativer Prozess ist.

Manchmal kommt noch strafverschärfend dazu, dass einige Frauen immer noch glauben, "auch die anderen" sollten doch mal gewinnen, zum Beispiel die sympathischen Muchachos aus dem schönen Costa Rica oder die netten Ecuadorianer mit den lustigen Zöpfen. Oder waren das die aus Trinidad-Tobago? Egal.

Verehrte deutsche Frau, lieber weiblicher WM-Fan - auch Sie tragen Verantwortung für das große Ganze!

Fallen Sie dem deutschen Mann, soweit er Fußballstiefel und kurze Hosen trägt und die Nationalhymne wie ein gefangener Kabeljau immerhin tapfer mitatmet, nicht in den Rücken! Wenn Sie unbedingt die von oben bis unten eingegelten Latin Scorer aus Argentinien und die coolen Koka-Kicker aus Kolumbien anschwärmen wollen, dann tun Sie's einfach beim Piccolöchen in der Frauenfußballgruppe.

Stadiongesänge und gutes Benehmen:

Aber auch die Männer müssen ihren Teil zum harmonischen Gesamtbild beitragen. Es muss nicht immer "Olé olé olé olé!" sein, "Wir woll'n Euch kämpfen seh'n, wir woll'n Euch kämpfen sehen! oder "Wir zieh'n den Amis die Lederschürzen aus!"

Auch auf der Fußballtribüne kommt es auf die Formulierung an, auf Feinheiten und Versmaß. Auch hier lassen sich Anfeuerung und optimistische Appelle an die eigene Nationalmannschaft in anspruchsvolle Reime fassen statt in tumbe Grölerei. Warum nicht einmal ganz klassisch mit Goethes "Faust" gemeinsam aus fünfzigtausend Kehlen rufen:

"Wie alles sich zum Ganzen webt/ Eins in dem andern wirkt und lebt!"

Selbst wenn just in diesem Augenblick Philip Metzelder einer seiner berüchtigten Fehlpässe unterläuft und das deutsche Mittelfeldspiel wieder einmal im Chaos versinkt - bei Goethe findet sich immer das treffende Wort:

"Wenn aus dem schrecklichen Gewühle/ Ein süß bekannter Ton mich zog..."

Hoch gestimmte Gelassenheit und abgeklärte Grandezza des Weimarer Genies sollten uns durchaus Orientierung und Richtschnur sein. Das gilt selbstverständlich auch für den schlimmsten anzunehmenden Fall, für die Niederlage im Spiel und das vorzeitige Ausscheiden aus dem Turnier.

Wenn es trotz aller geistig-moralischen Ermunterung nicht klappt mit der Weltmeisterschaft, ist ein anderer deutscher Wesenszug gefordert, eine Mischung aus Spätromantik und bayerischem Neobuddhismus, tief empfundenem Weltschmerz und einer Ahnung vom Nirvana. Als Franz Beckenbauer nach dem siegreichen WM-Finale im Juli 1990, im Augenblick des größten Triumphs, wie somnambul und selbstvergessen über den römischen Rasen schlenderte, zeigte er genau diese Haltung. Sie zeugte vom stillen Genuss, aber auch von dem Bewusstsein, dass es ein Moment bleiben wird, der vergeht. Dieser Geist ist gefragt im Falle des Scheiterns.

Dann verlassen wir anständig und geordnet das Stadion, den Platz vor der Großbildleinwand oder die Stammkneipe, ohne auch nur ein Glas umzuwerfen, schauen in den Himmel und fühlen uns ein bisschen wie Schimanski auf dem Weg zur nächsten Currywurstbude: einsam, aber mit der Aussicht, bald wieder etwas Warmes im Bauch zu haben: Helden des Rückzugs, aufs Wesentliche, aufs Existentielle konzentriert.

Auch im - äußerst unwahrscheinlichen - Fall des Gegenteils, zur Stunde unverhofften Glücks, sollten wir uns ganz ähnlich verhalten. Denn in der größten Freude verbirgt sich auch die tiefste Stille. Besinnung, die dem Jubel folgt, Erinnerung, die kostbarer ist als jede Augenblicksekstase.

Und helfen Sie ruhig mal mit, wenn irgendwo Not am Mann ist. Überlassen Sie nicht alles den offiziellen Hilfskräften. Auch 40.000 Polizisten, 7000 Bundeswehrsoldaten und 4000 Hostessen können nicht überall sein.

Schauen Sie auch mal selbst in einen Papierkorb oder unter einen verdächtig schräg liegenden Gully. Sprechen Sie orientierungslos herumirrende, in grell bunte Fahnen eingehüllte fremdländische Menschen einfach an ("Hi! I'm Günther. Can I help you?") und geben Sie höflich Auskunft, wenn Sie gefragt werden, wo es zum Hofbräuhaus gehe - selbst wenn Sie als Hamburger die ehrliche Antwort geben müssen, der Weg nach München sei ziemlich weit.

Stadiobekleidung und andere Baustellen:

Im Sommer herrscht selbst in Deutschland ein mediterranes Klima, der gleichnamigen schleichenden Katastrophe sei Dank. Seien Sie also locker drauf, easy und cool, trotz aller Nervenanspannung vor dem verdammt schweren Spiel gegen Costa Rica. Nur eines: Lassen Sie weiße Socken, erst recht in Kombination mit Sandalen, zu Hause! Das Gleiche gilt für bis zum Bauchnabel aufgeknöpfte Karohemden oder billige Muscle-T-Shirts mit eingebauten Schweißflecken.

Nebenbei: Ein schönes Eau de Toilette kann nicht schaden. Eine schicke Sonnenbrille übrigens auch nicht. Bei Männern sind kurze Hosen, wenn es denn unbedingt sein muss, erst ab 35 Grad im Schatten gestattet - bei Frauen ab 15 Grad. Kurze Röcke gerne ab 10 Grad. Von Natur aus sind wir pflichtbewusste, überwiegend protestantisch geprägte Arbeitsmenschen, die ihre Tätigkeit nur unterbrechen, um eine kurze Brotzeit einzunehmen. So kennt uns die Welt.

Daher der Appell an alle Verantwortlichen, ganz besonders in der Berliner Senatsbauverwaltung: Kommen Sie bloß nicht auf die Idee, bis zum Beginn der WM die Arbeit an den unzähligen Baustellen zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz künstlich zu beschleunigen und vorzeitig zu beenden, schon gar nicht jene rund um den Hackeschen Markt! Selbstverständlich wird der Abriss am Palast der Republik planmäßig fortgesetzt - genauso wie der komplette Umbau des Monbijou-Parks an der weltberühmten Museumsinsel. Die Arbeiten am Pergamonmuseum dauern sowieso bis 2024.

Die Touristen dürfen auf keinen Fall enttäuscht werden, wenn sie das gute alte Deutschland suchen, wie es in den Schulbüchern steht: Fleißig, diszipliniert, effektiv und zielorientiert.

Deshalb ist es pädagogisch richtig, dass die internationalen WM-Besucher durch Sandhaufen waten, an hässlichen Bauwagen vorbei klettern und über Berge noch nicht verlegten Pflasters stolpern. Dann begreifen sie ganz unmittelbar: Germany, the world famous land of ideas, is at work forever.

Das Leben - eine einzige Wanderbaustelle.

Für jeden aber kommt der Tag, da er vor seinem Herrn im Himmel steht, vor seinem Gott und Kaiser. Irgendwo auf einer Stadiontreppe, in der Herrentoilette, auf einem Empfang.

Was dann? Niederknien, herumstottern, mit feuchten Händen um ein Autogramm bitten?

Nein. Sie schauen ihm lächelnd ins Gesicht - erst recht, wenn Sie zufällig in der Toilette neben ihm stehen sollten -, nehmen Ihren ganzen Mut zusammen und sagen möglichst locker und ganz selbstverständlich:

"Ja, is' denn heut' schon Weihnachten!?!

Wenn der Kaiser freundlich lächelnd und noch viel viel lockerer zurückgibt: "Schaun mer mal!" - dann sind Sie gerettet.

Und mit Ihnen die WM und ganz Deutschland.

Denn dann war die Welt wirklich zu Gast bei Freunden.