Berlin - die Metropole: Eindrücke und Ansichten aus der Weltstadt sowie aus meinem Leben

28 Oktober 2005

Diplom-„Alltag“

10h morgens sich aus dem Bett quälen, 10:15h den 1. Kaffee einstellen, währenddessen den Rechner hochfahren und versuchen, den Gedankenwust im Kopf und in den Büchern Herr zu werden. die Sonne scheint draußen, bunte Blätter wirbeln durch die Luft und der arme Sepp hockt in Berlin City in seiner Butze und muss am Diplom basteln, äh schreiben.

Da ich außer Nonsens eigentlich keine hochinterlektuellen Ergüsse bisher zustande gebracht habe, läuft die ganze Angelegenheit sehr schleppend voran. Nach drei Wochen bin ich immer noch bzw. grade erst auf Seite 1 von 60, bleiben quasi „nur“ noch 59 Seiten.

Der Bücherstapel auf dem Fußboden ist beträchtlich, 30 Werke sind dort aufgebaut, mit Post-its versehen, wo was wie interessant drin steht. Sonst ist nicht viel in den letzten 3 Wochen produktives geschehen.

Wie auch? Sicher, es wäre besser ich würde die Diplomarbeit in Pöcking, am Bodensee auf der Zugspitze oder aber auf Usedom schreiben. Dort würd ich durch nichts und niemanden abgelenkt, abgeschottet von der Außenwelt. Aber hier, in der „mittendrin statt nur dabei“ Metropole mit einem immensen Angebot an Freizeitaktivitäten jeglich coleur fällt es mir doch recht schwer, mich aufs eigentlich im Moment wichtigste und wesentliche zu konzentrieren.

So wird an Wochenenden auch nicht viel kürzer getreten, gestern ists auch schon wieder früher morgen geworden, ach ne, war heute (und das Wochenende hat noch nichtmal begonnen...). Daneben lockt noch der Fußball, Ausstellungen und einfach nur quatschen in Cafes und am Telefon.

Aber andererseits: es ist mein letztes Semester, noch einmal das Studenten-Lotter-Leben genießen, bevor der grausame, 35-40 Jahre dauernde furchtbare Alltag beginnt. Insofern gilt es eine Balance zu finden, zwischen Kultur und Tortur, zwischen Feiern und Schreiben, zwischen Abhängen und produktiv vorm Schreibtisch hocken.

Bleiben noch ca. 2 ½ Monate in denen alles bitter besser werden soll (und muss), zumindest was meine Emsigkeit angeht...

Mittlerweile ist der 2. Kaffee fällig.

Da bleibt nur eins: Mal wieder in die Sprüche-Kiste greifen und den Spruch rausholen, der an unzähligen Gebäuden und auf Wegen von irgendwelchen „Künstlern“ hier in Berlin gesprüht worden ist: „es wird wieder!“

23 Oktober 2005

Der neueste "Trend" aus Türken-town

Diesen neuen, mehr als fragwürdigen "Trend" wollt ich euch nicht vorenthalten, nein ich lade euch ein, hier eure Kommentare zu posten und die Lage in anderen großen Städten unseres ehrenwerten Landes zu schildern (bzw. dort, wo dieses Phänom auch auftritt).
Als ich aus Ecuador wiedergekommen bin, habe ich mich anfangs noch gefragt, wo denn bitte die Musik auf der Straße oder in der U-Bahn herkommt, immer wenn ein Mitbürger des Landes mit der leider nicht durchgesetzten "priviligierten Partnerschaft" an mir vorbeiläuft.
Seit eingen Wochen und nach einigen Beobachtungen (ich mußte mich ja auch ersteinmal wieder an das Niveau einer 1. Welt gewöhnen) ist die Sache sonnenklar.
Jeder Türk der was auf sich hält (und das sind fast alle!!) und der auch noch aus Drogen-Döner-Abzock-Geschäften oder aber auch aus ehrlicher Arbeit etwas Kohle verdient hat, kauft sich nun ein Handy, mit dem man auch Musik abspielen kann.
Habe diesen Trend in ecuador nicht mitbekommen, dirt kann man froh sein, wenn man keinen Ziegelstein als Handy in der Tasche hat. Soweit ist ja auch daran nichts auszusetzen, nach der Klingeltonwelle die durch jede U-Bahn scheppert und einem auf den Nerv ging folgt nun "hört mal, was ich für coole (sagt man dieses Wort eigentlich heute noch?) Mukke höre". Das das eigentlich keinen interessiert, ist den Proleten komplett egal.
Und so höre ich nun tagein- tagaus auf den vielen U- und S-Bahn fahrten, die Charts von oben bis unten und vornehmlich HipHop oder Schikirm-Schürüm-Lieder, komplett unfreiwillig. Da haben sich die Handy-Pioniere ja wahrlich was feines ausgedacht, besser wäre es, wenn man die Musik nur mit dem Kopfhörer hören könnte, aber nein, jeder halbwegs Knäcke-Brot-IQ-Jüngling hängt sich das Handy um den Hals und dröhnt die anderen mit der Musik voll. Echt unglaublich. Dauert wahrscheinlich auch nicht lange, bis die deutschen Anstreicher, Buabigger und Marzahn-Proleten ebenso rumlaufen und fahren.
Eine Entwicklung, die auf Dauer nicht gut gehen kann....
aber an Einsicht ist bei denen eh nicht zu denken, "denken" ist ja ein Fremdwort für die. So bleibt nix anderes übrig als das Gedonner zu ertragen und die Leute zu verfluchen.
Ein Fahrgast hat letztens in einem ähnlich gearteten Zusammenhang in der U-Bahn zu einer Horde von raufenden 10Jährigen gesagt "Ihr seid ne Schande für eure Müter!", aber keiner von denen hat auch nur halbweg so ausgesehen, als ob er wüßte, was damit gemeint ist...die Verwahrlosung zeigt sich wohl in der City mal wieder am deutlichsten, wo das noch enden soll...

16 Oktober 2005

Diplomarbeit...

Genau einen Monat ists her, dass ich den letzten Beitrag gepostet habe, Schande über mein Haupt! Aber eigentlich sllte ich einen DSL-Zugang bekommen, jedoch gibt es auch noch 3 Wochen nach Inbetriebnahme größere technische Schwierigkeiten. Dank meinem komplett miserablen DSL-Anbieter 1&1, der noch schlechteren Kundenservice als die Telekom hat, klappt immer noch nix. Und mein Schlurchi-analog-Modem schnaubt bereits ganz schön, wenn ich diese Zeilen schreibe.
Die 1. Woche der Diplomarbeit ist schon vorüber, ohne dass ich bisher viel geleistet hätte. Es ist ganz schön schwer sich zu motivieren und an den Schreibtisch zu hocken. Eigentlich hab ich nicht viel mehr als ein paar Alibi- und Selbstbetrugs-Aktionen gebracht und mal die Bücher durchgeblättert.
ich hoffe, ich komme demnächst mal mehr dazu, mich ums Diplom zu kümmern.
Ansonsten gibts nicht viel zu berichten, jedenfalls nix spektakuläres. Die Feirei war eigentlich in den letzten Wochen relativ langweilig, war wie immer viel weg aber höchstens war nur Mittelmaß dabei.
Dafür kenn ich mich auch einigermaßen in der F´hainer Bar- und Kneipenszene aus und der Graefekiez wurde wiederholt unsicher gemacht.
Als nächstes Projekt will ich eine neue Homepage basteln, aber wenns so weitergeht wie in den letzten Woche wirs wohl vor 2006 nix damit, zu viele Termine, zu viele Verabredungen, Cafe-Trinken und Bier-Sauf Nachmittage und Abende. Aber man muss ja auch schließlich die letzten Monate meines Studentendaseins auskosten. So schön und locker wie die letzten 4 Jahre wirds wohl nie wieder...Student sein kann alles, war ne verdammt geile Zeit!