Berlin - die Metropole: Eindrücke und Ansichten aus der Weltstadt sowie aus meinem Leben

20 Dezember 2005

drunter und drüber...

„Am Jahresende geht alles drunter und drüber“ sprang mir die Tage von einer großen Plakatwand ins Auge, mal wieder von den Lucky-Strike-Werbetextern entworfen.
Mmmh, dachte ich, beschreibt deinen Lebenszustand grad ziemlich gut.
Zwar ist in 5 Tagen Weihnachten, aber bis auf den Besuch von einigen Weihnachtsmärkten ist bei mir von Weihnachtsvorfreude und besinnlicher Adventszeit nichts zu spüren.

Hocke noch an meinem Diplom. Und zwar genau einen Monat noch wird das Elend dauern, dann ist auch dieses leidige Thema durch. Ist ein ganz schöner Brocken, der noch vor mir liegt. Diese Woche habe ich jegliche Termine gecancelt um mich nun voll und ganz dem bisher doch deutlich zu kurz gekommen Diplom schreiben zu widmen. Quasi der Vorlauf zum großen Finale, dass dann nach Weihnachten beginnt.

Weihnachtsgeschenke hab ich auch noch keine, einfach keine Zeit gehabt. Wo die Zeit bleibt, wees ick eh nicht, irgendwie gehen die Tage rum – mit Schreib- und Denkblockaden aufgrund Problem(chen), mal ne Seite an nem Tag, mal mehr, oft viel weniger. Dann arbeiten und soziale Kontakte pflegen. Heut wird der 1. Abend seit einer Woche sein, an dem ich mal nicht das Haus verlasse.

Eins steht jedenfalls fest: dieses Jahr ist die Weihnachtsedeko in den Berliner Straßen wieder sensationell. Unter den Linden leuchtet schön, leider getrübt durch viele, nein eigentlich eine riesige Baustelle. Dafür ist der Kudamm dieses Jahr auch festlichst geschmückt. Hans Wall in Verbindung mit der Berliner Morgenpost hat wieder den Tauentzien und den Kudamm erleuchten lassen. Der untere Kudamm, ab der gleichnamigen Autobahnabfahrt ist wirklich ganz toll beleuchtet, in allen Bäumen hängen Lichterketten, ganz so, als würde man unter einem Sternenhimmel hindurchfahren –bzw. gehen.

Der Weihnachtsmarkt am Opernpalais, auf dem ich schon 4mal dieses Jahr war,hat leider einen großen Verlust zu beklagen: Siggi, der Zitterspieler, der so berühmte Lieder wie „Der 3. Mann“ oder „Lunalunalu“ oder der „Stotterer“ an seiner Zitter zum Besten gegeben hat, ist dieses Jahr erstmalig nicht mehr da. Keiner weiß wo er ist: wurde er eingeschneit? Hat er keine Lust mehr gehabt? Oder ist er gar krank geworden? Jedenfalls sind nun an seiner Stelle irgendwelche Quetschebüggel (Akkordeon)-Orchester, grässlich singende Frauen oder eine Truck Stop-Cover Band auf der Bühne und präsentieren Lieder, die mit Weihnachten nicht viel am Hut haben. Sehr schade. Waren unvergessliche Abende dort, in den letzten Jahren.

Dafür, und das erstmalig und wahrscheinlich auch einmalig in Deutschland, gibt’s dieses Jahr am Nollendorfplatz den Schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt. Ich war noch nicht da, aber bis Freitag sind ja noch ein paar Tage Zeit. Das muss man sich sicherlich mal anschauen.

Apropos noch einige Tage: in 172 Tagen ist es soweit....die WM steht vor der Tür. Habe schon den ersten BVG-Bus gesehen, der mit dem WM Spruch beklebt wurde. die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die S-Bahn wird vom 9.6-9.7. rund um die Uhr im Einsatz sein, die U2 an den Spieltagen in Berlin ebenfalls, und das mindestens im 5 Minutentakt. Auf der Straße des 17. Juni, die zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor für den Verkehr einen Monat dicht gemacht wird, werden tagtäglich 100.000 Fussballfans zu den Live-Übertragungen auf Großbildleinwänden erwartet. Ich hoffe, das es ein riesiges Fest wird.

Bin froh, dann nicht meine Diplomarbeiten schreiben zu müssen....